Oestersötebier (Satire)

oesterstebiertransGilt dieser Spruch? Was die Natur angeht gilt er noch! Ein Teil der Halterner Berge, im Volksmund auch Borkenberge genannt, sollen im Mai 2015 wieder in die Hand des Volkes zurückgegeben werden. Bis Dato wurden die Borkenberge als Truppenübungsplatz genutzt, anfänglich von Bundeswehr und als Übungsgelände von Polizeieinheiten. Später kamen dann, alles was zur Nato gehörte, nach Haltern (damals noch ohne Zusatz " am See ") um in diesem Hügelgebiet mit Sandsteinfelsen, Sandfeldern, Wäldern und Wiesen für den Kriegsfall, damals noch innerhalb des sogenannten kalten Krieges, zu üben. Ich erinnere mich noch gut daran, wenn die Panzerfahrzeuge, LKWs, Motorräder und Jeeps über die Straßen anrollten um dann 3 bis 8 Tage in den Borkenbergen lagerten und ihre Übungen abhielten. Von außen wurde rund um das Gelände mit aufgezogenen roten Fahnen signalisiert das in dem Areal Manöver stattfinden. Deutlich konnte dann Tag und Nacht Maschinengewehrfeuer und Kanonendonner gehört werden. Auch die Kampfjets aus dem nahegelegenen Militärflughafen Rheine flogen ihre Übungsangriffe. Sogar Fallschirmspringer konnten hin und wieder beobachtet werden. Für uns als Kinder war es immer spannend sich in das Gelände zu schleichen, zu den Soldatencamps, und wurden dort in die Geheimnisse der Militäreinrichtungen eingewiesen. Es war sogar hin und wieder möglich auch auf einer Panzerfahrt mitgenommen zu werden. Ja das waren noch Zeiten. Der Zugang war nicht strickt verboten solange nicht die roten Fahnen aufgezogen waren. Später dann wurde alles strenger gehandhabt und es war kaum noch möglich diesem Landschaftlich reizvollen Gebiet einen Besuch abzustatten. Nichts mehr mit Opferstein, Feuerwachturm und  Fischberg. Abenteuer war gestrichen. Nun heißt es wieder, das dieses Gelände dem Bürger zurückgegeben wird. Der Bürger wird aus Naturschützern und eventuell auch noch aus Crossfahrern bestehen, und damit hat es sich. Ein "Naturschutzgebiet" mal wieder ohne Öffentlichkeit. Ich könnte mir gut vorstellen ein Rad- und Wegenetz durch diese einzigartige Landschaft zu führen und an den drei exponierten Stellen (Eingänge) mit entsprechenden Informationseinrichtungen auszustatten, z.B. am Hauptzugang in Sythen in den dann verlassenen Gebäuden der Truppenübungsplatzverwaltung, in Hullern im Gut Borkenberge und am Flugplatzeingang in Dülmen. Hier könnten auch z.B. touristisch geführte Wanderungen stattfinden durch Anbindung von Busparkplätzen. Das wäre dann im Sinne des Zurückgebens an den Bürger. Das wird aber wohl Wunschdenken bleiben, genauso wie das öffnen von den bisherigen Zugangswegen, im Speziellen auch die Zugänge von der Hullerner Seite.
In alter Freundschaft, euer Oestersötebier

Jahreshauptversammlung SV Hullern

jhv sv 2020

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