Oestersötebier (Satire)

oesterstebiertransEs ist so, bevor ich irgendwo für längere Zeit hingehe, z.B. zum einkaufen oder zum Stadtbummel, sehe ich zu mindestens eine Stunde vorher nichts mehr zu trinken. Das fällt mir schon schwer, denn gerade ältere Menschen sollen oft und viel trinken, bzw. Flüssigkeit zu sich nehmen. Das bestätigt jeder Arzt oder Ratgeber. Noch bin ich ja in der glücklichen Lage noch keine "Pampers" zu tragen, aber so manches mal habe ich mir das schon gewünscht, beim Einkaufen oder beim Bummeln. Da fängt es an zu kneifen und zu drücken, aber weit und breit keine öffentlichen Toiletten. Also in den nächst besten Laden rein und nach einer Möglichkeit eine Toilette benutzen zu dürfen, fragen. "Nein, das geht nicht, wir haben

nur eine Personaltoilette", ist zumeist die Antwort. Es kneift und drückt, also rein in den nächsten Laden, die gleiche Frage, aber eine andere Antwort: "Es tut uns leid, aber sie sind kein Kunde, wir haben nur eine Kundentoilette!" Es kneift und drückt, die ersten Tröpfchen machen sich auf den Weg. Aus lauter Verzweiflung stürme ich das nächste Lokal in Richtung der Ausschilderung "WC". Kurz vor dem Ziel ein scharfer Ruf: "He, wo wollen sie hin?", ich drehe mich, schon mit Tränen der Verzweiflung in den Augen, um und erkenne mit meinem verschleierten Blick einen sehr böse schauenden Kellner. "Ich muss dringend aufs Klo----", antworte ich mit eng zusammengepressten Beinen. "Das geht nicht, sie müssen was verzehren, z.B. etwas trinken", bekomme ich harsch zur Antwort. Wenn das der Lohn für die Klobenutzung sein soll, schießt es mir durch den Kopf, die Beine noch fester zusammendrückend; "Dann stellen sie mir ein Wasser hin, ich erledige das dann wenn ich zurück bin." Schon etwas freundlicher kommt die Gegenfrage: "Ein stilles Wasser, oder mit Gas, kalt aus der Kühlung oder Zimmertemperatur. Wieder löste sich ein kleiner Tropfen, den ich nicht mehr halten konnte, griff zur Türklinke zum Schlösschen der Erleichterung und schrie nur noch zurück: "Egal". Riss die Tür auf, stellte mich in Position und konnte endlich meinem ach so dringenden Bedürfnis nachkommen. Ich brachte mich wieder in Ordnung und ging nach vorne in den Schankraum. "Ich habe ihr Wasser dort auf den Tisch gestellt, macht drei Euro fünfzig", wurde ich gleich von dem Kellner empfangen. Ich zahlte, trank im vorbeigehen das Glas Wasser mit den Gedanken dass dies ein sehr teurer Toilettengang war. Das gleiche Druckerlebnis habe ich Wochen später in der USA, auch in einer Kleinstadt. Der Druck zum Toilettengang wurde immer größer, keine öffentliche Toilette in der Nähe, also rein in das nächst beste Geschäft, mit der Frage nach einer Toilettenbenutzung. "Ja kommen sie, gleich da hinten", bekam ich zur Antwort. Sichtlich überrascht schaute ich in ein freundliches Gesicht und suchte die Toilette auf.
Hier in Deutschland wird schon von gesetzlichen Regelungen gesprochen, aber ich finde, menschliche Bedürfnisse sollten auch menschlich gehandhabt werden. Ist doch ganz einfach, oder?

In alter Freundschaft, euer Oestersötebier.

herbstplakat

Kurznachrichten

article thumbnailBild von Werner Heiber auf Pixabay Im Urlaub lässt man es sich gut gehen – dazu gehört für viele auch, jeden Im Urlaub lässt man es sich gut gehen – dazu gehört für viele auch, jeden Tag zu...
More inKurznachrichten  

Termine