Geschichten

lavesumIn einer anderen Geschichte beschrieb ich das alte Haus in dem ich geboren bin und den ersten Lebensabschnitt, den ich darin verbracht ha. So gibt es noch einige alte Häuser, in denen ich mehr oder weniger Zeit meines Lebens verbrachte. Auch sie wecken Erinnerungen an Lebensabschnitte, wenn ich an ihnen vorbeikomme.

Als ich zwölf Jahre alt war, wollte meine Mutter endlich einmal mit uns Kindern alleine wohnen. Sie fand etwas Bezahlbares im Dorf. Man ging durch eine Waschküche eine Treppe hoch. Da hatten wir eine Wohnküche und gegenüber auf dem Flur ein Schlafzimmer für meinen Bruder. Unten gab es noch ein Schlafzimmer für meine Mutter, meine Schwester und mich. Ein Bad hatten wir nicht, die Toilette war unten hinter der Waschküche. Wasser musste man nach oben tragen. Später wollten die Vermieter eine größere Küche haben. Eine Wand wurde entfernt und der Flur gehörte mit zur Küche. Was war das Ende vom Lied? Wir mussten durch die Küche der Vermieter, um in unser Schlafzimmer zu kommen.

Die Leute waren zwar sehr nett und sagten, es mache ihnen nichts aus, wenn wir durch ihre Küche gingen. Uns gefiel das aber gar nicht. Wir waren nicht so glücklich in der eigenen Wohnung. Meine Mutter verdiente sich etwas Geld, indem sie das Möbellager bei Peters putzte - was ja damals nicht groß war. Sie half auch öfter in der Küche der Gaststätte Hiltrop.

Für uns Kinder war es natürlich schön, dass wir nicht mehr so einen weiten Schulweg hatten. Zur Schule und Kirche waren es nur ein paar Minuten statt vorher einer halben Stunde. Jetzt gingen wir aber auch in die Schulmesse, was wir vorher nicht unbedingt mussten. Ein Lebensmittelladen war so etwa 200 Meter vom Haus entfernt, Elling hieß er. Noch ein Laden war direkt hinter dem Haus, in dem wir jetzt wohnten. Die Familie Schäpers kannten wir sehr gut, denn die alte Frau des Hauses lud meine Mutter mit uns Kindern seit einigen Jahren, nachdem sie gehört hatte, dass meine Mutter Kriegerwitwe geworden war, am 1. Weihnachtstag nach der Festmesse zum Frühstück ein. Sie

machte uns auch Geschenke, zum Beispiel gab es Socken, Handschuhe, Schals und ein paar Süßigkeiten.

Wir freuten uns immer darüber, dass die Frau so lieb und nett zu uns war. So etwas vergisst man nicht. Ihr Sohn und seine Frau hatten einen kleinen Jungen. Ich wurde gefragt, ob ich auf das Kind aufpassen könne. Ich machte das sehr gerne. So durfte ich jeden Nachmittag den kleinen Joachim ausfahren. Ich mochte kleine Kinder sehr gerne. Nun konnte ich auch einen Nähkursus bei den Schwestern im Antoniushaus besuchen. Da nähte ich meine erste Schürze. Auch meine Mutter besuchte die Kurse und nähte für uns Mäntel aus Wolldecken. Das waren sehr schöne Weihnachtsgeschenke.

Ein gutes Jahr wohnten wir im Dorf, als meine ältere Schwester an einem Sonntag nach Hause kam. Sie arbeitete als Hausgehilfin bei einer Familie in Flaesheim. Sie erzählte meiner Mutter, dass bei Firma Cirkel eine Putzfrau gesucht würde und sie bekäme eine Wohnung für ihre Arbeit in einem neu erbauten Vierfamilienhaus in F!aesheim. Den Tipp hatte meine Schwester von dem Vater der Familie, bei der sie arbeitete. Denn er war auch bei Cirkel beschäftigt.

Meine Mutter wurde gleich hellhörig. Das war ein Angebot, das eine Überlegung wert war. Als meine Schwester das Interesse unserer Mutter in Flaesheim übermittelte, bekam sie einen Vorstellungstermin. Sie fuhr mit dem Fahrrad zu den Kalksandsteinwerken. Von Lavesum ein weiter Weg, aber Busse fuhren noch nicht. Als sie zurück kam, war es beschlossene Sache: Zum 1. Januar 1955 konnten wir in die neue Wohnung einziehen.

So endete der kurze Abschnitt in der zweiten Wohnung meines Lebens.

©Rosemarie Brathe

wihnachtsmarkt 2019

wihnachtsmarkt

Zur Krippenschau nach Lette

krippenschau

Kurznachrichten

article thumbnailFoto: Penny / PixabayOb Weihnachtsfeier oder Silvesterparty, in den nächsten Tagen gibt es einige Anlässe des Zusammentreffens. Achten Sie dabei immer auf sich und andere. Denn sobald der...
„Älter werden im Kreis Recklinghausen“
Donnerstag, 28. November 2019
article thumbnailDie neue Auflage des Seniorenwegweisers vom Beratungs-Infocenter Pflege (BIP) im Kreis Recklinghausen ist da. Die Broschüre gibt wertvolle Tipps und Hinweise rund ums Thema Älterwerden und die damit...
See-News 11/2019 erschienen
Samstag, 28. September 2019
article thumbnailDie Stadtagentur Haltern am See hat die See-News für November 2019 veröffentlicht. Sie sind im...
More inKurznachrichten  

Termine