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Informationsabend zur kindlichen Sexualentwicklung

Veranstaltung

Titel:
Informationsabend zur kindlichen Sexualentwicklung
Wann:
Mo, 19. November 2018, 19:30 h
Wo:
Haltern am See,
Kategorien:
Allgemein, Kindergarten
Aufrufe:
247

Beschreibung

Gemeinsam mit dem Kindergartenteam hat der Förderverein überlegt, wie wir mit der Situation, die es immer wieder in allen Kindergartentageseinrichtungen gibt und geben wird, umgehen können. Es ist natürlich für Kinder sehr spannend „was hat der andere da- oder wie oder was macht der Junge / das Mädchen am stillen Örtchen. Einige Kinder fühlen sich dieser Situation nicht gewachsen und wissen überhaupt nicht wie sie darauf reagieren sollen, geschweige denn damit umgehen. Manche Kinder sind sogar mit dieser Situation völlig überfordert und brauchen hier Unterstützung. Der Kindergarten hat daraufhin den Referenten: Martin Gnielka aus Leverkusen, ein Diplom- und Sexual-Pädagoge, Systemischer Berater, Dozent des Instituts für Sexualpädagogik Dortmund, Verfasser von Elternbroschüren zur Sexualerziehung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, gewinnen können.

Kindliche Sexualität sollte nicht nur auf die Organe oder auf dass, was wir Erwachsene mit unseren Gedanken in Verbindung bringen, gesehen werden, sondern kindliche Sexualität heißt viel mehr. Es gibt so viele Entwicklungs-bereiche die angesprochen werden, wie u.a der Toilettengang, die Sauberkeitsentwicklung aber auch das Schamgefühl. Am Infoabend wird das gesamte Kindergartenteam anwesend sein, weil es so ein sensibles und nicht einfaches Thema auch für Erzieher ist. Wir würden uns freuen, wenn wir viele Eltern an diesem wichtigen und informativen Abend begrüßen können.

Sollten wir ihr Interesse geweckt haben, können sie sich gerne zu diesem Infoabend anmelden (Kindergarten St. Andreas 02364/14060)

Folgender Beitrag soll ein wenig Licht ins Dunkel bringen:

„Mama, warum hat die Frau so einen dicken Bauch?" „Warum sieht der Pimmel von Ali anders aus als meiner?" „Jungs sind blöd, die ärgern uns immer, wenn wir mit den Puppen spielen!" Kinder, die sich in der Kuschelecke ausziehen und gegenseitig untersuchen oder beim Toilettengang mitgehen und andere beobachten, Freundschaft und Eifersucht zwischen Kindern, Beschimpfungen und Sprüche mit sexuellem Inhalt, die verletzen und provozieren - das sind typische Fragen und Situationen aus dem Kindergartenalltag, mit denen die Kleinen pädagogische Fachkräfte und Eltern konfrontieren und manchmal auch verunsichern. Kinder sind wissbegierig, spontan und unbefangen und stellen - wie bei anderen Themen auch - viele Fragen; sie möchten ihren Körper und ihre Umwelt ausprobieren und mit allen Sinnen begreifen. Die Erwachsenen reagieren oft verschämt, ratlos, belächeln oder übersehen die sexuellen Aktivitäten der Kinder, begreifen sie aber selten als Aufgabe der Persönlichkeitsentwicklung. Sollen Kinder schon im Vorschulalter über Liebe, Sexualität, Schwangerschaft und Geburt aufgeklärt werden?

Kindliche Sexualität ist nicht mit der Sexualität von Erwachsenen gleichzusetzen, hat nichts zu tun mit erotischem Begehren und erwachsener Lust und Befriedigung. Kindliche Sexualität äußert sich in dem Bedürfnis nach Geborgenheit, Zärtlichkeit und sinnlicher Nähe, der Freude und Lust am eigenen Körper und dem des Spielpartners/der Spielpartnerin. Je nach Alter und Entwicklung findet sie spezifischen Ausdruck. In jeder Altersstufe gibt es neu erworbene Fähigkeiten und spezifische Fragen zu Themen der Sexualerziehung wie zum Beispiel zu Geschlechtsunterschieden, Genitalien, Körpervorgängen, Sexualität, Schwangerschaft und Geburt, Liebe und Partnerschaft.

Gerade im Kindergarten findet ein wesentlicher Teil kindlicher Sozialisation statt. ErzieherInnen begleiten Kinder in einer entscheidenden Alters- und Entwicklungsphase, in der auch erhebliche Chancen der Gesundheitsförderung liegen. Hier kommt ihnen eine Schlüsselrolle zu: Sexualerziehung - verstanden als umfassende und ganzheitliche Förderung und Begleitung - ist integraler Bestandteil von Gesundheitsförderung und Persönlichkeitserziehung und fällt somit in den Aufgabenbereich des Kindergartens. Sie fördert das kindliche Selbstvertrauen, ein positives Körpergefühl, unterstützt den Aufbau einer bejahenden Geschlechtsidentität und die Liebesfähigkeit der Kinder.

Vielen Eltern und ErzieherInnen fällt es nicht leicht, mit (ihren) Kindern über diese Themen zu reden und die Fragen der Kinder offen und sensibel zu beantworten. Es herrscht immer noch eine gewisse Scheu und Unsicherheit bei Erwachsenen, wann und wie sie Kinder aufklären sollen; die jeweils eigene Sozialisation spielt dabei zweifellos eine große Rolle.

Die Kindertageseinrichtungen stehen vor der Aufgabe, eine familienergänzende Funktion zu übernehmen und auch das Grundwissen des Kindes über seinen Körper sowie seine körperliche Entfaltung zu fördern. Dazu zählen auch altersgerechte Antworten auf die Fragen der Kinder zu Körper, Liebe, Schwangerschaft und Geburt.

Sexualerziehung im Kindergarten wurde allerdings bislang kaum beachtet beziehungsweise im pädagogischen Alltag vernachlässigt. Sie ist in nur wenigen Kindertagesstättegesetzen der Bundesländer konzeptionell verankert und dies auch nur am Rande. In den letzten Jahren bestimmte das Thema „sexueller Missbrauch" die Diskussion und verunsicherte die im Kindergarten Tätigen. In vielen Einrichtungen mangelt es an Konzepten und Leitlinien für den Umgang mit kindlicher Sexualität und Sexualförderung. Die dazu nötige Selbstreflexion, die Auseinandersetzung der ErzieherInnen mit ihrer eigenen Sexualität und ihren persönlichen Werthaltungen ist auch im KollegInnenkreis nicht immer einfach. Zudem befürchten manche PädagogInnen Konflikte mit den Eltern, die die Verletzung ihrer Erziehungsrechte beklagen, wenn sich der Kindergarten der Sexualaufklärung annimmt. In der Folge wird in vielen Einrichtungen selten über kindliche Sexualität gesprochen.

Kontakt Information

Name:
Michael Makowski


Veranstaltungsort

Standort:
Kindergarten St. Andreas
Straße:
Schulstr. 6
Postleitzahl:
45721
Stadt:
Haltern am See
Land:
Germany

Anmeldung:

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