Ratgeber

6 Beratung Oldtimer 3039x2039Auch Oldtimer brauchen früher oder später Ersatzteile. Wer nicht Jäger und Sammler ist, stößt dann schnell an Grenzen.

Hersteller haben keine auf Vorrat, bauen sie nicht mehr nach, oder die Suche nach dem ursprünglichen Zulieferer ist erfolglos.

„Geht nicht, gibt’s nicht“, meint Matthias Kemmer. Der geschäftsführende Gesellschafter eines Fachbetriebs für Fahrzeugrestaurierung in Speyer hilft weiter.

Wie wichtig ist die Ersatzteil-Frage für die Kaufentscheidung?

Viele Young- und Oldtimer-Interessenten gehen bei der Ersatzteilsituation von ihren modernen Fahrzeugen aus. Sie sind es gewohnt, dass alles lieferbar ist und fallen bei abschlägigen Antworten aus allen Wolken.

Hier garantiert Wissen Fahrspaß. Und ganz klar: Mit der Ersatzteilorganisation und -herstellung steht und fällt jede Restaurierung.

Wo wird man denn nun fündig?

Die Auswahl ist riesig: Es gibt Hersteller, Teilehändler, Kfz-Fachbetriebe für historische Fahrzeuge, Oldtimer-Märkte, Messen, Interessengemeinschaften oder Clubs.

Dadurch ist die Versorgung zum großen Teil gewährleistet. Man muss nur wissen, wer was wo bietet.

Falls der Autohersteller beispielsweise den Lichtmaschinenregler nicht mehr auf Lager hat, kann es auch daran liegen, dass das Originalteil von Zulieferern wie Bosch oder Hella produziert wurde und jetzt nur im freien Handel oder bei für diesen Autohersteller spezialisierten Firmen erhältlich ist.

Und was, wenn es die Teile nicht mehr gibt?

Gibt es immer noch die Möglichkeit, das Bauteil reparieren zu lassen. Häufig stößt man beim Zerlegen auf kaputte Normteile wie Lichtmaschinen-Kohlen, die mit anderen Fahrzeugmodellen identisch sind und problemlos eingebaut werden können.

Und warum Bremssättel nicht wie früher aufarbeiten lassen? Ein klarer Fall für die etwa 500 Oldtimer-Fachbetriebe des Kfz-Gewerbes.

Bei welchen Marken und Teilen kann es eng werden?

Das betrifft Raritäten aus der Vorkriegszeit oder einzelne Umbauten. Hier helfen Interessengemeinschaften wie der Bentley Owners Club weiter. Für das Gros der Oldtimer aber bestimmt die Nachfrage das Angebot.

Sind nachgebaute Ersatzteile ausverkauft, können ein oder zwei Jahre ins Land gehen, bis sich aufgrund ausreichender Interessenten eine Neuauflage lohnt.

Ist es sinnvoll, alte Fahrzeuge zum Ausschlachten zu kaufen?

Klingt erst mal gut: Wer Platz hat, zahlt auch keine Lagerkosten. Rechtlich fällt das Unterstellen aber unter die Altfahrzeug-Verordnung, nach der das Schrottauto umweltgerecht entsorgt werden muss.

Und wer garantiert, dass die Teile des auszuschlachtenden Fahrzeugs funktionstüchtiger sind als die im eigenen Oldtimer?

Gebrauchte Ersatzteile bekommt man heute im Internet, und Motoren werden in der Regel nicht mehr ausgetauscht, sondern instandgesetzt. Das Ausschlachten macht also wenig Sinn.

Welche Rolle spielen die Traditions- beziehungsweise Klassikabteilungen der Hersteller?

Aus dem Imagegewinn ist bei vielen mittlerweile ein gutes Geschäft geworden. Mercedes-Benz, Ferrari, Porsche, BMW, Opel, VW und selbst die Marke mit dem Stierlogo haben historische Archive aufgebaut, stellen Zertifizierungen aus und restaurieren zum Teil im Werk.

Das eigentliche Geld aber wird mit Ersatzteilen gemacht. Auch Zulieferer wie Bosch oder Motoren-Spezialist Mahle halten das Wissen und die Teile für die alte Technik am Leben.

Und was bringt die Mitgliedschaft in einem Oldtimerclub?

Neben der Freude an den Klassikern, die man mit anderen teilt, eine ganze Menge. Wenn scheinbar keiner mehr helfen kann - die Oldtimerfreunde kennen Quellen und Wege zur Ersatzteilbeschaffung.

In Kooperation mit spezialisierten Werkstätten und Teilehändlern werden zum Beispiel häufig gefragte Bauteile nachproduziert und verkauft. Man kümmert sich, auch, weil es ums eigene Geld geht.

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